Sapporo, Hokkaido

201507_Sapporo 01 201507_Sapporo 02 201507_Sapporo 03 201507_Sapporo 04 201507_Sapporo 05 201507_Sapporo 06Nach zwei wunderbaren Wochen auf der Chinita Farm, bin ich Donnerstag wieder in Sapporo angekommen. Nur für zwei Übernachtungen, aber dafür mit zwei abendlichen Highlights gespickt.
Am Donnerstagabend war ich mit Ayako verabredet. Wir haben uns vorletzte Woche beim Besuch der Tomita Farm kennengelernt. Sie hat mir sehr dabei geholfen eine Unterkunft für diese Tage in Sapporo und ab heute in Niseko zu finden. Da sie in Sapporo wohnt, lag ein Wiedersehen nah und sie hatte die tolle Idee unterm TV Tower im Sapporo Beer Garden “Dshinghis Khans” zu essen (keine Ahnung, wie es auf Deutsch richtig geschrieben wird, jedenfalls ist es lecker).
Wir haben viel geredet, gegessen und gelacht und ich freue mich schon jetzt auf ein nächstes Treffen. Danke, Ayako!

201507_Sapporo 10 201507_Sapporo 07 201507_Sapporo 09 201507_Sapporo 08 201507_Sapporo 11 201507_Sapporo 12 201507_Sapporo 13Gestern bin ich dann entspannt durch die Stadt gewandert und war unter anderem im ehemaligen  Gerichtshof von Sapporo, das heuer für verschiedene Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt wird. Da Sapporo bekannt ist für sein Bier, wird dem natürlich auch Tribut gewollt: Große Teile des Odori-Parks sind mit Biertischgarnituren gepflastert, die von verschiedenen Brauereien bedient werden.
Da Ayako mich vorgewarnt hatte, dass es sehr, sehr voll werden würde, habe ich mich am späten Nachmittag schon auf den Weg zum Feuerwerksgelände am Fluss gemacht. Obwohl drei Stunden vorher am Platz, war ich bei weitem nicht die Erste, die sich einen Platz gesucht hat.

201507_Sapporo 14201507_Sapporo 15 201507_Sapporo 16 201507_Sapporo 17 201507_Sapporo 18Das Warten verbrachte ich mit dem Beobachten meiner Umgebung und mit dem Lesen von Sherlock Holmes. Um 19:50 Uhr ging es dann los. In mehreren Abschnittes wurde in den Himmel geschossen, was die Raketen hergaben.

201507_Sapporo 19 201507_Sapporo 20

Soweit ich es verstanden habe, wurde jeder Block von einem anderen Unternehmen gesponsert. Einen kleinen Ausschnitt habe ich dieses Mal auch per Video festgehalten:

WWOOF in Nakafurano, Hokkaido

20150727_Spinat 04

“Was machst Du da eigentlich?” bin ich gefragt worden, daher eine kurze Erklärung zu meinem WWOOF-Einsatz auf der Chinita-Farm in Nakafurano.
Wie ich schon geschrieben habe, bestand mein erster Tag auf der Farm aus endlosen Kürbisfeldern, die von vier anderen und mir von Unkraut befreit wurden.
Seitdem packe ich Spinat. Viel Spinat. Offenbar wächst Spinat schnell. Oder die Gewächshäuser sind innen größer als sie von außen wirken. Jedenfalls packe ich Spinat.
Inzwischen gemeinsam mit einer Schweizerin, die ebenfalls mit dem Working Holiday Visum unterwegs ist, und einem Indonesier, der nach 8 Jahren Schul- und Studienzeit in Australien jetzt als Assistenz-Englischlehrer in Japan arbeitet und grade Ferien hat.
Im Hintergrund läuft die ganze Zeit ein japanischer Radiosender, auf dem sehr viel geredet wird und das Thermometer zeigt immer was zwischen 25 und 30 Grad an. Dazu ist es natürlich schwül, sonst wäre es ja langweilig. Manchmal bekommen wir Besuch von einer Hornisse oder anderen überdimensionalen Insekten, aber die meiste Zeit hört man das Zupfen am Spinat und das Rascheln der Tüten.
Die Tage sind sehr strukturiert: 8 Uhr Beginn, 10 Uhr Teepause, 11.30-13 Uhr Mittagspause, 15 Uhr Teepause, 16.30 Uhr Feierabend.
Insgesamt also 6 Stunden Spinat zupfen, putzen, messen, wiegen und verpacken mit netten Menschen. Das lässt sich gut aushalten. Dafür gibt’s kein Geld, aber ein Dach über den Kopf und jeden Tag frisches Gemüse.
Nicht nur Spinat, aber auch.

20150727_Spinat 0220150727_Spinat 0320150727_Spinat 05

Hanabi in Nakafurano

Es hat auch seine Vorteile, dass es in Japan abends so früh dunkel wird: Glühwürmchen und Feuerwerk sind zu entspannten Uhrzeiten zu bewundern. So zum Beispiel das Sommerfeuerwerk in Nakafurano, das letzte Woche am Sonntagabend stattfand.
Die Hongkongerin, die bis letzten Montag ebenfalls zum Wwoofen hier war, hatte ziemlich viele Hummeln im Hintern, weil sie unbedingt zu diesem Fest wollte und wir aber nicht ganz verstanden hatten, ob wir nun dort hinfahren oder nicht. Und wenn ja, wann. Bei wir war irgendwann der Hunger größer als die Geduld noch länger zu warten, also fing ich an Pfannkuchen zu machen. Natürlich standen just in dem Moment als die erste Kelle Teig in der Pfanne landete, die beiden Mädels (5 und 7  Jahre alt) bei uns in der Tür. Und natürlich fiel neben dem wichtigen Wort “Hanabi” (Feuerwerk) auch das kleine Wort “Ima” (jetzt). Also kein Pfannkuchen. Aber Feuerwerk ist ja nun auch kein schlechtes Alternativprogramm.
Nach zwanzig Minuten waren wir in Nakafurano und wurden vom Vater der zwei Mädels irgendwo rausgelassen, um zu Fuß zum Hinode-Park zu laufen, wo das Feuerwerk stattfand. Der Park war in dem Fall nicht schwer zu finden, weil zum einen schon das Feuerwerk begonnen hatte und zum anderen ganz Nakafurano auf den Beinen war. Das Feuerwerk bildete nämlich den Abschluss des diesjährigen “Flower and Flame”- Festivals bei dem zuvor beleuchtete Festtagen durch die Straßen gezogen worden waren.
Jedenfalls: Tolles Spektakel. Volksfestatmosphäre. Fressbuden. Viele Menschen – davon einige in traditionellen Yukata (leichte Sommerkimonos aus Baumwolle). Aufgeregte Kinder mit und ohne Kakigori (geschabtes Wassereis, das mit farbigem Sirup übergossen wird). Und natürlich ein grandioses Feuerwerk.

20150727_Hanabi 10 20150727_Hanabi 09 20150727_Hanabi 08 20150727_Hanabi 07 20150727_Hanabi 06 20150727_Hanabi 05 20150727_Hanabi 04 20150727_Hanabi 03 20150727_Hanabi 01 20150727_Hanabi 02

Tomita Farm, Nakafurano, Hokkaido

Gestern Morgen wurde ich vor meinem Wecker von meinem Host Tanaka-san mit den Worten “Today off!” geweckt. Ich hatte also frei. Was also tun, wenn unvorbereitet ein kompletter Tag frei zu gestalten ist? Genau. In Ruhe frühstücken.
Anschließend habe ich mir das Fahrrad geschnappt und bin los Richtung Post (siehe voriger Eintrag). Jedenfalls wollte ich das. Nach ein paar hundert Metern habe ich beschlossen mir meine Nerven zu sparen und habe das zu kleine Rad an den nächsten Pfosten gekettet. Dann lieber zu Fuß.

20150721_Tomita Farm 06 20150721_Tomita Farm 04 20150721_Tomita Farm 05 20150721_Tomita Farm 03 20150721_Tomita Farm 01 20150721_Tomita Farm 02 20150721_Tomita Farm 07 20150721_Tomita Farm 08

Mein spontanes Ziel, nachdem ich die beiden Päckchen zur Post gebracht hatte, war in der Ferne zu sehen: Die Tomita-Farm. Da ich sie sehen konnte, dachte ich, sollte es zu Fuß kein Problem sein. War es auch nicht. Es war nur weiter als gedacht. Nach zwei Stunden kam ich an und war erst von den vielen Bussen, dann von den vielen Menschen und letztendlich aber auch von den vielen Blumen beeindruckt. Wie es sich für eine echte japanische Sehenswürdigkeit gehört, gab es rund um den Lavendel natürlich alles zu kaufen: Lavendel-Seife, Lavendel-Raumduft, Lavendel-Limonade, Lavendel-Softeis, usw.

20150721_Tomita Farm 14 20150721_Tomita Farm 13 20150721_Tomita Farm 10 20150721_Tomita Farm 09 20150721_Tomita Farm 12 20150721_Tomita Farm 11 20150721_Tomita Farm 15

Nach einem Mittagessen, bei dem ich mich mit einer sehr netten Lehrerin aus Sapporo unterhalten habe, habe ich mich dann via “Lavendel EAST”, einem Vorposten der Tomita-Farm, wieder auf den Weg zur Chinita-Farm gemacht.
Weil ich dann doch neugierig war, habe ich in der Unterkunft dann doch mal Google befragt, wie weit ich wohl gelaufen bin. Eine Strecke auf direktem Weg sollen 9,8 Kilometer sein. Da ich sicher nicht den direkten Weg gelaufen bin, wusste ich abends auch warum mir etwas die Beine schwer wurden. Aber schön war’s.

Auf den Bildern ganz oben ist die Vielfalt des hiesigen Anbaus zu erahnen. Hier dominiert der Reis nicht so stark, wie ich es in anderen Regionen erlebt habe. Bei dem Melonenstand habe ich eine kleine Pause eingelegt und eine halbe Melone für 400 Yen ausgelöffelt (und das war günstig).
Die Bilder auf der Farm zeigen natürlich vor allem die Blumenmeere. Ihr dürftet aber auch erahnen können, wie viele Menschen außer mir vor Ort waren.
Die Bilder unten zeigen die “Lavendel EAST”- Farm, die zur Tomita-Farm gehört, aber deutlich kleiner und weniger überlaufen ist. Mit dem Trecker/”Lavender-Bus” kann man sich für ein Entgelt durch das Feld fahren lassen. Auf den letzten drei Bildern sind drei Höfe zu sehen, an denen ich auf dem Rückweg vorbeigekommen bin.

20150721_Tomita Farm 16 20150721_Tomita Farm 17 20150721_Tomita Farm 18 20150721_Tomita Farm 19 20150721_Tomita Farm 20

Ein Bild. Eine Geschichte.

Higashinaka Post Office
Higashinaka Post Office

 Päckchen mit dem Ziel Deutschland in Japan unkompliziert auf den Weg zu bringen ist eine kleinere Tagesaufgabe. Nicht nur für mich – auch für den Menschen mir gegenüber hinterm Schalter. Mit ein bisschen Japanisch meinerseits und ein bisschen Englisch seiner-/ihrerseits, bin ich aber bisher immer zum Ziel gekommen. Hat mich mal mehr mal weniger gekostet, aber am Ende war ich zufrieden. Ich war die Päckchen ja los.
Heute habe ich wieder zwei Päckchen zur Post gebracht. Damit ich die Adressen parat hatte, habe ich sie schon auf dem Päckchen notiert – ich weiß nämlich nie, ob das so schon reicht oder nicht doch noch ein korrekterer Aufkleber benötigt wird. Außerdem ist nie vorher klar, welche Absenderadresse gewünscht ist, daher lass ich das meist frei.
Überraschenderweise fehlte heute nur die Zollerklärung und das Porto und zack (also für bisherige Erlebnisse), war ich wieder aus dem Büro raus. Das war einfach heute, dachte ich noch, als nach zehn Minuten ein Wagen neben mir an der Straße hielt. Der Postmann von vorhin. Mit meinen Päckchen. Verrückt.
Er entschuldigte sich vielmals, aber ich hätte meine Adresse vergessen. Falls sie zurückgeschickt würden. Ich erklärte ihm, dass ich nur zwei Wochen hier bin, aber eine deutsche Adresse anbieten könnte. Er hat daraufhin telefoniert, was die angemessene Antwort sein könnte, und so schrieb ich meine deutsche Adresse als Absender auf ein Päckchen   aus Japan. Verrückt.
Es folgte eine weitere Entschuldigung, ein Geschenk (Taschenbücher) der Japanischen Post für die entstandenen Umständen und mehrere “Arrigatou” meinerseits. Dann fuhr er davon.
Ich mag dieses Land und seine Menschen. In Deutschland ist mir noch nie einer hinterhergefahren, um sich für mein Versäumnis zu entschuldigen.

Kamifurano, Hokkaido

20150718_WWOOF Kamifurano 06Seit Donnerstagabend ist die Farm auf diesem Bild meine neue Bleibe für die nächsten zwei Wochen. Nachdem ich am Mittwoch alle Hostel-/Hotel-/B&B-Portale nach einer bezahlbaren Bleibe abgeforstet hatte, habe ich irgendwann eingesehen, dass es mit meiner Wunschvorstellung Wakkanai, Rishiri-to, Rebun-to und danach die Nordküste Hokkaidos entlang wohl nichts wird. Um überhaupt erstmal ein Bett zu haben und mal etwas Ruhe in die Planung (und Kasse) zu bringen, habe ich mich zu einem zweiten WWOOF-Einsatz entschlossen. “WorldWide Opportunities on Organic Farms” ist eine der Umschreibungen von WWOOFing und heißt für Freiwillige wie mich runtergebrochen so viel wie: Bett und Mahlzeiten gegen Arbeit und den Austausch mit den Gastgebern (meist familiengeführte Farmen oder Hostels). Natürlich steckt da noch eine ganze Menge mehr hinter, das kann hier oder hier nachgelesen werden.

Am Mittwoch habe ich entsprechend bei Gastgebern angefragt, die “dringend” Helfer brauchten, weil für mich die Chance höher war direkt am nächsten Tag anfangen zu können – ergo einen kostenlosen Schlafplatz zu haben. Gelandet bin ich in Kamifurano, nahe dem Daisetuzan-Nationalparks, auf einer Gemüsefarm. Donnerstagabend kam ich an und wurde freundlich von Familie und Sonnenuntergang begrüßt.
20150718_WWOOF Kamifurano 01 20150718_WWOOF Kamifurano 04 20150718_WWOOF Kamifurano 05 20150718_WWOOF Kamifurano 03 20150718_WWOOF Kamifurano 02Gestern ging es dann heißt her: Strahlend blauer Himmel, konsequenter Sonnenschein und eine brütende Hitze. Ein Wetter bei dem ich mich bevorzugt drinnen oder im Schatten aufhalte. Ging aber nicht. Und so habe ich gemeinsam mit der zweiten WWOOFerin aus Hongkong, einer “normalen” Helferin und drei Familienmitgliedern sechs Stunden lang in der prallen Sonne die Kürbisfelder von Unkraut befreit. Habe bis auf einen leichten Sonnenbrand und schmerzende Hände aber alles gut überstanden.
Heute Morgen haben die Hongkongerin und ich uns dann schon gefreut, dass der bedeckte Himmel etwas angenehmere Arbeitsbedingungen versprach, aber Pustekuchen. Heute wurde Spinat für den Verkauf eingepackt. Faszinierend wie viel Spinat aus einem Gewächshaus kommen kann. Da lassen sich sehr viele 210 Gramm-Packungen füllen.
Von der Arbeit selbst habe ich (noch) keine Bilder, aber da wir am späten Nachmittag fertig waren, habe ich noch einen kleinen Spaziergang unternommen. Das Haus auf dem dritten Bild ist von meinen Gastgebern selbst gebaut worden – wie auch sonst alles auf dem Hof, z. B. das WWOOFer House weiter oben.

20150718_WWOOF Kamifurano 09 20150718_WWOOF Kamifurano 08 20150718_WWOOF Kamifurano 1120150718_WWOOF Kamifurano 07

Gruß aus Sapporo

Lavendelfeld, Sapporo

Ein kurzer Gruß aus Sapporo ehe es weitergeht nach Furano.

Die letzten Wochen war es hier erst ruhig, weil ich auf einer kleinen Bio-Farm in Gunma zum Helfen war und dann, weil mein Bayer für zweieinhalb Wochen zu Besuch war. Unsere Reise führte uns von Tokio über Sendai, die Pazifikküste, Iwate, Akita, Yamagata und Aomori nach Hokkaido, wo ich eigentlich die nächsten Wochen verbringen möchte. Eigentlich, weil ich nichts geplant hatte und offenbar halb Japan im Sommer ihren Urlaub ganz im Norden verbringt, um der Hitze im Süden zu entfliehen.

Für die nächsten zwei, drei Wochen habe ich wieder einen WWOOF-Platz gefunden, zu dem ich heute aufbrechen. Furano liegt weiter im Landesinneren von Hokkaido und ist bekannt für riesige Blumenfelder. Ich hoffe, ich habe bei meinem Gastgeber Internetzugang, dann melde ich mich von dort.