Gutenberg in Mainz

Gutenberg-Schriftzug vorm Gutenberg-Museum in Mainz.

Um ein wenig mehr Übersicht in die Beiträge zu bringen, habe ich mir vorgenommen sie ein wenig thematisch zu ordnen. Beginnen möchte ich mit Gutenberg. Ehrlich gesagt, war mir entfallen, dass Gutenberg in Mainz gelebt und gewirkt hat, dafür war ich am Freitag dann umso begeisterter.

Nachdem ich den Mainzer Dom aufgesucht hatte, ging ich ins Gutenberg-Museum und lieh mir den neuen Audio-Guide direkt mit aus. Den kann ich wirklich nur jedem ans Herz legen, der ein wenig mehr aus dem Museum mitnehmen möchte als die Erinnerung an eventuell etwas schlecht ausgeleuchtete Papierstücke ;-) Der Audio-Guide besteht aus einem iPod und Kopfhörern, die die Außenwelt hervorragend ausblendeten, sowie einer „Highlight“-Führung und mehreren kleineren. Begonnen habe ich mit den „Highlights“. Eine sehr angenehme Erzählerstimme lenkt einen durch die Ausstellung, erklärt und lässt auch Kuratorin und andere Mitarbeiter/Wissenschaftler zu Wort kommen. Wirklich gelungen! Zudem hatte ich das Glück dem Macher des Guides zu begegnen und so zum einen direkte Rückmeldung geben zu können und in seiner Begleitung auch die geschlossene Islam-Abteilung (wg. zu wenig Personal)  zu kommen.

Dadurch, dass wirklich bedeutende Drucke in dem Museum ausgestellt sind, kann die Ausstellung einfach nicht hell erleuchtet werden und durch die Führung bin ich auf Besonderheiten gestoßen worden, an denen ich sonst sicher vorbeigegangen wäre. Dazu gehört natürlich die Original Gutenberg-Bibel im Tresorraum. Beeindruckend, insbesondere beim Vergleich mit einer handgeschriebenen Bibel direkt daneben. Der vermutlich älteste Druck Gutenbergs wird auch in diesem Hochsicherheitsraum verwart und ist nicht vielmehr als ein Schnipsel, der fast zur Stärkung eines Buchrückens verwendet wurde. Im Übrigen weiß ich jetzt, dass Gutenberg eigentlich Gensfleisch hieß und entgegen aller Darstellungen mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Bart hatte. Ein schlauer (Geschäfts-)Mann und durch die gedruckten Bibeln bekannt und verehrt wie ein bunter Hund.

Zu jeder vollen Stunde werden im Untergeschoss des Museums übrigens Druckvorführungen angeboten. Es wird gezeigt, wie genial Gutenbergs Erfindung des Handgießinstruments war und wie der Druck in seinen Anfängen funktionierte. Wenn nach einem Freiwilligen gefragt wird, sollte man sich übrigens melden.

Lettern-Denkmal zu Ehren Gutenbergs.

Wieder vor der Tür des Museums, stolpert man mehr oder weniger über das Lettern-Denkmal auf dem Liebfrauenplatz, der zwischen Museum und Dom liegt. Insgesamt sind es neun Kuben, die sich mit der Geschichte und Kultur des Buchdrucks befassen. Gestiftet wurden sie von Steinmetzen aus der Umgebung Mainz und bilden so nun einen Teil des Gutenberg-Pfades, von dem ich allerdings erst nach meinem Besuch in Mainz erfahren habe. Eine Broschüre dazu gibt es >hier<.

Kirche St. Christoph, Gutenbergs Pfarrkirche.

Bereits am Abend zuvor kamen wir an einer Ruine vorbei, die einmal die Kirche St. Christoph war. Hier soll Gutenberg getauft worden sein. Die Kirche wurde im 2. Weltkrieg zerstört, die Reste wurden im 20. Jahrhundert um einem Betonfries-Seitenschiff ergänzt, das ein Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges sein soll.

St. Christoph mit dem Betonfries-Seitenschiff.

Laut der oben verlinkten Broschüre, gilt auch der Dom als eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse aus Gutenbergs Zeit, da Mainz im Weltkrieg erheblichen Schaden genommen hat. Der Dom verdient aber einen extra Eintrag – kommt.

Bei einem Besuch in Mainz also unbedingt ins Gutenberg-Museum gehen und den Audio-Guide (3,50€+Ausweis als Pfand) direkt mit der Eintrittskarte (Erwachsene 5,-€) am Eingang holen. Lohnt sich wirklich!

Liebe Grüße, Anna-Lena

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