Kamakura

Seit Montag bin ich raus aus Tokio. Ich habe die Stadt mit ihren unendlichen Möglichkeiten sehr genossen und das zum ersten Mal mit Zeit. (Sonst blieben nur ein bis zwei Tage zwischen den Programmpunkten des Austauschs.) Nach zwei Wochen ist es jetzt aber auch nicht verkehrt, endlich das Meer zu sehen. Ich bin jetzt in Fujisawa, einer Nachbarstadt von Kamakura. Da die Züge von Tokio aus regelmäßig in diese Richtung fahren, war es einfach herzukommen und durch die rechtzeitige Anreise blieb mir noch der ganze (warme) Tag, um die ersten Highlights in Kamakura anzufahren. Gefahren bin ich mit dem hiesigen Wahrzeichen, der „Enoden„-Linie, Fujisawa selbst profitiert nämlich eher von Strand und Meer als von kulturellen Highlights.

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Zuerst habe ich mir den Daibutsu angesehen. Die 11.4 Meter hohe Statue eines Amida-Buddhas sitzt seit mehreren hundert Jahren hier im Freien, weil ihm 1495 durch einen Tsunami die Halle drumherum weggespült wurde. Entgegen meiner Annahme ist die Statue übrigens nicht massiv, sondern von innen hohl. Verrückt, wie das damals schon gebaut werden konnte.

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Quasi um die Ecke vom Daibutsu steht der Hase-dera, ein buddhistischer Tempel mit einer wirklich sehr schönen Gartenanlage, vielen Stufen und einer guten Aussicht über die Bucht von Kamakura. Bekannt ist der Hase-dera (auszusprechen übrigens mit scharfem S) aber vor allem wegen seiner elfköpfigen Kannon-Statue, die 9 Meter hoch ist. Einer Legende zufolge hat im Jahr 721 der Mönch Tokudo Shonin bei Hase/Nara einen riesigen Kampferbaum, aus dessen Stamm er zwei dieser Statuen schnitzte (oder schnitzen ließ). Die Figur aus der unteren Hälfte wurde in Nara aufgestellt. Die Statue, die jetzt in Kamakura steht, wurde aus dem oberen Teil geschnitzt und in der Nähe des heutigen Osaka ins Meer geworfen, um Menschen zu retten wo auch immer sie angespült werden würde. 15 Jahre später wurde sie dann in der Nähe von Kamakura gefunden und ihr zu Ehren der heutige Hase-dera errichtet. Heute gehört der Tempel zu den 33 heiligen Stätten in der Kanton-Region. Da in den Gebäuden keine Fotos erlaubt waren, müsst ihr für Einsichten selbst herkommen (oder mal Google fragen).

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Den Nachmittag habe ich dann in der „Innenstadt“ von Kamasutra verbracht. Ich zog ein bisschen durch die Gassen, aß Mittag und machte mich dann auf zum Shinto-Schrein Tsurugaoka Hachiman-gu. Nachdem ich durch den Hase-dera bereits mein erstes Treppenstufen-Training hatte, folgte jetzt die zweite Einheit. (Und es sollte nicht die letzte bleiben.) Normalerweise hätte ich oben angekommen nicht nur den Schrein sehen können, sondern auch eine „von Kiefern gesäumte zentrale Promenade, die zur Küste führt“. Die gab’s nicht. Dafür einen Bauzaun. Aber die drei roten Torii waren trotzdem gut zu sehen.

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