Kuma Kogen, Ehime

Die kleinen Hütten.
Die kleinen Hütten.

20150816_Kuma Kogen 02
Mein erster bezahlter Job. Irgendwo im Nirgendwo. Von Tokio aus habe ich am Mittwoch über Acht Stunden gebraucht um hierher zu kommen und durfte zudem mal wieder Unmengen an Yen an die Japanische Bahn zahlen. Da diese Tage „Obon“ ist, sind die Züge alle gerammelt voll und ich hatte natürlich keine Reservierung. Hat aber auch so ganz gut geklappt. Mit Geduld und Anstehen, war das kein Problem.
Obon ist übrigens einer der wichtigsten Feiertage in Japan und dient dem Gedenken der Ahnen. Mein Freund Katsu in Hirosaki hat mir letzte Woche erklärt, was da passiert und mir dafür einen Blick hinter die Kulissen seines Familientempels ermöglicht. Um es kurz zu machen: Die Verwandten kommen von nah und fern zusammen und gehen gemeinsam zum Tempel, um für die Verstorbenen zu beten. Die Völkerwanderung, die dafür stattfindet lässt sich wohl am besten mit dem deutschen Weihnachtsreiseverkehr vergleichen. Nur bei über 30 Grad Celsius.

Eine der großen Hütten.
Eine der großen Hütten.
Reinigung mit dem Kollegen aus England.
Reinigung mit dem Kollegen aus England.
Abendlichen Barbecue
Abendlichen Barbecue
Eines der Geschirrlager
Eines der Geschirrlager

Aber zurück nach Kuma Kogen: Ich bin in einem „Family Resort“, was sich als eine weitläufige Anlage mit zwanzig unterschiedlich großen Ferienhütten, Zeltplatz, Café, Museum und Angelteich herausstellte. Zudem können die Gäste Barbecue bestellen oder sich den Grill hergerichtet an die Hütte liefern lassen. Durch eine große Unterkunft, ist es zudem möglich Gruppen von über 50 Personen unterzubringen.
Hier bin ich jetzt für die nächsten Wochen als „Mädchen für alles“ angestellt. Ich spüle, ich putze, ich wasche, ich schnibbel Gemüse, ich feudel, ich falte Kartonagen, ich suche Geschirr, ich lächel und winke.
Der Manager ist sehr freundlich und sehr überarbeitet. Bisher habe ich keinen Vertrag unterschrieben, keine Infos zu meiner Bezahlung oder zu meinem freien Tag, aber da ich grade keine Lust auf Diskussionen habe, verlasse ich mich auf die Infos von meinem englischen Kollegen. Sollte es am Ende schlechter kommen als erwartet, habe ich ja jederzeit die Möglichkeit zu gehen. (Ich müsste übrigens ca. eine Stunde ins nächste Dorf gehen, um dann über eine Stunde mit dem Bus in die nächste Stadt mit Bahnhof zu fahren.)

Meine Hütte.
Meine Hütte.
Mein Schlaf-/Wohnzimmer
Mein Schlaf-/Wohnzimmer

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Ich wohne allein in einer der Ferienhütten, da man mir als einziger Frau (außer mir sind nur noch der Manager, der Engländer und ein weiterer Mitarbeiter konstant auf dem Gelände) wohl keinen männlichen Mitbewohner zumuten wollte. Aber ich beschweren mich nicht. Offenbar habe ich es mit der Ausstattung gut getroffen. Da wäre ich ja blöd. Nur Internet in der Hütte wäre prima, zumal der Fernseher nicht funktioniert. So ganz allein oben auf dem Hügel, ist es doch erstmal gewöhnungsbedürftig. Zum Glück habe ich meinen Kindle und die Japanisch-Bücher dabei.
Ich versuche mich dann und wann zu melden, wenn ich so wie heute etwas Zeit vor der Arbeit habe und das Internet im Büro nutzen kann.
(Entschuldigt die schlechte Bildqualität. Ich nehme aber natürlich nicht meine Kamera mit zur Arbeit.)

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