Samstag, Osaka.

20151114_Osaka 01 20151114_Osaka 02 20151114_Osaka 03 20151114_Osaka 04 20151114_Osaka 05 20151114_Osaka 06 20151114_Osaka 07 20151114_Osaka 08 20151114_Osaka 09 20151114_Osaka 10 20151114_Osaka 11 20151114_Osaka 12 20151114_Osaka 13 20151114_Osaka 14 20151114_Osaka 15 20151114_Osaka 16 20151114_Osaka 17 20151114_Osaka 18 20151114_Osaka 19 20151114_Osaka 20 20151114_Osaka 21 20151114_Osaka 22 20151114_Osaka 23 20151114_Osaka 24 20151114_Osaka 25 20151114_Osaka 26Heute Morgen um 5:00 wurde ich das erste Mal wach. Ein Zimmernachbar ließ sich den mutmaßlich alkoholreichen Abend noch einmal lautstark durch den Kopf gehen.
Richtig wach war ich dann kurz nach 8:00 und wünschte dem Bayern via Whatsapp eine gute Nacht. Er war noch wach. Und erschüttert. Paris.
Unten im Gemeinschaftsraum des Hostels lief BBC. Ein Brite versuchte parallel telefonisch Freunde in Paris zu erreichen. Ich habe Facebook gecheckt, um zu sehen, ob „meine“ Franzosen etwas gepostet hatten. Hatten sie. Auch der Brite konnte durchatmen.
Nach dem Auschecken ging ich träge wie eine schwerbepackte Schildkröte zum nächsten Starbucks. Die Zeit überbrücken ehe ich im nächsten Hostel einchecken konnte. Kakao getrunken. Liveticker verfolgt und mehrmals nach Worten gesucht, um einen Blogeintrag zu meinem abgebrochenen Wwoofen zu schreiben. Es war auf einmal zu banal. Und doch waren da Parallelen: Dieses Schwarzweiß-Denken, diese Vorurteile, dieses Abtun anderer Meinungen meines „Gastgebers“ fand ich in den Kommentaren auf Facebook wieder. Was soll man dazu sagen? Wie kann der Blick geweitet werden?
Weil die Worte fehlten, überbrückte ich die restliche Zeit mit Netflix. „Lie to me“. Auch hier auf einmal Dr. Lightman umgeben von Waffen. Im Hintergrund Weihnachtsmusik. Meine Sitznachbarin isst Stollen und trinkt Eiskaffee.
Nachmittags stapfe ich wieder los. Überlege immer noch, wie ich weiterbloggen soll. Wundere mich über den „prayforparis“-Hashtag. Wer soll da beten? Oder beten die Schreiber selbst? Wann habe ich das letzte Mal gebetet? „Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.“-„Dein Stecken und Stab trösten mich.“-„Warum in seinem Namen? Wir heißen selber auch.“-„Imagine there’s no heaven.“
Nach der ersten Dusche seit Donnerstag nehme ich meine Kamera und überlege, was man dem jetzt entgegensetzt. Beim Gucken wird es klar: Leben.
Es hat sich eigentlich nichts geändert und doch so viel. Ich merke, wie ich immer wieder meine Jackentasche kontrolliere, ob Handy und Portemonnaie noch da sind. Das habe ich in Japan lange nicht getan. Warum auch. Nach zwei Stunden habe ich Hunger, aber keinen Appetit. Als ich anfange genervt auf stehenbleibende Passanten zu reagieren, nehme ich das nächste Lokal. Nach dem Essen bleibe ich noch etwas sitzen und lese „Blauer Hibiskus“ von Chimamanda Ngozi Adichie zu Ende. Kein klassisches Happy End, aber ein friedliches. Und das ist doch schon fast mehr als ich mir gerade vorstellen kann. Morgen ist ein neuer Tag.

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