Donnerstag, Akeno und Nagano

20151210_Nagano 01 20151210_Nagano 02 20151210_Nagano 03 20151210_Nagano 04 20151210_Nagano 05Ich bin eine lausige Beifahrerin. Also zumindest, wenn gute Beifahrerinnen auszeichnet, dass sie die Fahrerin bei Laune halten, munter reden, einen Schwank aus ihrer Jugend erzählen und aufmerksam die Getränke anreichen. Das geht nämlich nicht, wenn man schläft. Die erste Stunde auf dem Weg zur Baumschule in Nagano war der Ausflug an sich und die Landschaft der Südjapanischen Alpen noch aufregend und fesselnd genug, um mich „gute Beifahrerin!“ zu loben, dann begann aber irgendwann der Kampf mit den Augenlidern. Auch wenn ich mein Bestes gegeben habe, wird Megumi sicher gemerkt haben, dass mein Kopf teils unkontrolliert gen Brust fiel, um direkt wieder plötzlich aufgerichtet zu werden. Für den Bayer ist das jedes Mal wieder Grund sich zu amüsieren. Megumi hat zumindest nicht offensichtlich gelacht.
Jedenfalls: Für die 120 Kilometer haben wir tatsächlich etwas über zwei Stunden gebraucht, obwohl wir ca. 100 Kilometer davon auf dem Highway verbracht haben. Ohne Stau. Es fasziniert mich doch immer wieder, wie schnell mir 80 km/h mittlerweile vorkommen. Oder 50 km/h. Obwohl mein Kopf jedes Mal denkt, dass das nicht sein kann. Als sei ich die Schnecke auf dem Rücken der Schildkröte und im wahren Geschwindigkeitsrausch.
So lang die Fahrt auch dauerte, so kurz und schmerzlos verlief die Adoption der 50 jungen Walnussbäume. Ich hatte mir die Bäumchen getopft vorgestellt, tatsächlich bekamen wir quasi zwei Sträuße mit je 25 Stielen in die Hand gedrückt – ähnlich wie auf dem Bild oben zu sehen. Dazu gab es eine Erklärung zum Einpflanzprozedere, einen Handzettel mit Schädlingsabbildungen und ein freundliches „arrigatou gozaimashita!“. Fertig waren wir.
Wir aßen noch Mittag in der Gegend, kehrten auf einem örtlichen Farmers Market (gibt es öfter; wie ein kleiner Supermarkt mit Holzregalen gefüllt mit Produkten regionaler Herkunft; gerne mit angeschlossenem Restaurant)  ein und machten uns dann wieder auf den Rückweg. Dieses Mal mit 50 Walnussstielen dick eingepackt in Wolldecke im Kofferraum.
Wieder in Akeno angekommen, hat Megumi mir dann die freudige Botschaft übermittelt, dass morgen die Sonne scheinen soll. Was zur Folge hätte, dass der Boden hoffentlich nachmittags nicht mehr so hart sein dürfte. Was wiederum bedeute, dass wir nach dem Versand der Biokisten am Vormittag, beginnen würden die Löcher für die Walnussbäume zu buddeln. 50 Stück. Jeweils 50 Zentimeter tief.

So schön kann Weihnachten sein.

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