Weihnachten in Tokio

Frohes Neues Jahr und ein gutes Jahr des Affen wünsche ich Euch!
Ich habe gemeinsam mit meiner Schwester und meinem Bruder gefeiert und bin jetzt wieder allein unterwegs. Für die letzten fünf Wochen. Verrückt.
Die Bilder heute sind alle noch aus dem letzten Jahr. Die Überschrift verrät es schon, aufgenommen während der Weihnachtstage in Tokio. Da schließe ich ein, zwei Tage drum herum einfach mal mit ein.
Meine Unterkunft lag dieses Mal in Shimbashi, das vor allem durch Geschäftsgebäude geprägt ist. Allerdings liegt es auch unweit von Ginza, Roppongi, Tokyo Station und ist sehr gut in den Nahverkehr eingebunden.

Am 22.12. war ich zum ersten Mal im Mori Art Museum und war zum einen von der Takashi Murakami-Ausstellung und zum anderen von der phantastischen Aussicht vom Sky Deck begeistert.  Mittlerweile kann ich in den ganzen Häuserschluchten die verschiedenen (Innen-)Stadtteile ausmachen und sehe nicht mehr „nur“ ein einziges Häusermeer.
201512_Tokyo 01 201512_Tokyo 02 201512_Tokyo 03 201512_Tokyo 04 201512_Tokyo 05 201512_Tokyo 06 201512_Tokyo 07Am 23.Dezember hat der Kaiser Geburtstag. Beim Aufwachen war ich noch nicht so davon überzeugt, dass ich aktiv etwas von den Feierlichkeiten mitbekommen möchte, aber letztlich habe ich mich ermahnt, dass die Gelegenheit so schnell nicht wieder kommt. Vorbei am Weihnachtsmarkt im Hibiya Park (wo im Sommer auch das Oktoberfest stattfand) und den Pfadfindern, die mir  ein Fähnchen liehen, ging ich durch die strengen Sicherheitskontrollen und reihte mich in den Menschenstrom ein, der zum Kaiserpalast führte. Dort war es dann wie (durch vorherige Informationen) erwartet: Platz mit Sicht auf den Balkon sichern, Warten, diverse Durchsagen nicht verstehen, Fremdschämen für deutsche Trampel in Hörweite, steigende Aufregung je näher der Zeiger vorrückte und plötzlich fangen tausende Menschen an ihr Fähnchen zu schwenken und/oder „Banzai!“ zu rufen. Mein Startschuss gleichzeitig Kamera und Fähnchen hochzureißen. Hat geklappt. Ohne Verletzte.
Wie auf Kommando wurden die Fähnchen ebenso plötzlich wieder heruntergenommen, der  Kaiser sprach zum Volk (und anwesenden Touristen), die kaiserliche Familie winkte und lächelte und verschwand nach einem weiteren Fähnchenmeer. Danach setzte sich die Masse der Gratulanten wieder in Bewegung und konnte seine Fähnchen wieder abgeben und vorher abgegebene/eingepackt Gegenstände wieder abholen – inkl. Getränkeflaschen. Da der Tag dann schon zur Hälfte rum war, bin ich in der Gegend geblieben und habe die verschiedenen Hochhäuser an der Tokio Station, vor der immer noch gebaut wird, erkundet.
201512_Tokyo 08 201512_Tokyo 09 201512_Tokyo 10 201512_Tokyo 11 201512_Tokyo 12 201512_Tokyo 13 201512_Tokyo 14 201512_Tokyo 15 201512_Tokyo 16 201512_Tokyo 17Heiligabend war ich mit einer Freundin und ihrer Mutter in einem japanischen Gottesdienst und bin tatsächlich etwas in Weihnachtsstimmung gekommen, auch wenn ich natürlich herzlich wenig verstanden habe. Immerhin konnte ich den Refrain von „Gloria“ mitsingen und versuchen das Vaterunser zu beten während die Gemeinde es auf Japanisch sprach. Ich bin dadurch tatsächlich etwas aus dem Konzept gekommen, aber schön war’s.
Nach dem Gottesdienst wurde dann festgestellt, dass der Sohn des Pastors gerade in Deutschland studiert    und dass die Organistin in Wien Musik studiert hat. Meine Begleiterinnen, die längere Zeit in Wien gelebt haben, konnten begeistert ins Gespräch einsteigen. Die Welt ist ein Dorf.
Mein Festmahl bestand aus einer italienischen Feinkostplatte, Sake und kostspieligen Erdbeeren. Bevor ich verteufelt werde: Hier ist gerade (Gewächshaus-)Erdbeersaison. Und da Lebensmittel hier ja zum Teil unglaublich teuer sind, dachte ich mir, dass Weihnachten doch mal ein guter Grund wäre, herauszufinden ob an dem Spuk was dran ist. Ergebnis: 5 Erdbeeren für ca. 7 Euro, die sehr gut aussahen, aber jetzt nicht gerade eine Geschmacksexplosion verursachten. Eher im Gegenteil. Eine hatte bereits angefangen es sich wohnlich in ihrer Styroporhülle einzurichten. Samt Schimmeltapete.
201512_Tokyo 18 201512_Tokyo 19 201512_Tokyo 20Damit ich auch noch einen Gottesdienst hatte, bei dem ich mehr verstand als die Grundstruktur, bin ich vormittags am 25.12. nach Gotanda zur evangelischen deutschsprachigen Gemeinde der Kreuzkirche gefahren und habe am Gottesdienst samt Abendmahl teilgenommen. Eine sympathische Pastorin und nettes Beisammensein im Anschluss.
Den Tag habe ich dann mit Bummeln in Shibuya und Umgebung verbracht.
Insgesamt waren die Tage gar nicht so schlimm, wie ich es erwartet hatte. Bescherung, Kirche, Skypen und Telefonieren haben dazu beigetragen, dass ich nicht das Gefühl hatte der einsamste Mensch der Welt zu sein, sondern viel mehr einfach mal woanders. Eigentlich war es sogar dieses eine Mal ganz schön, aber ich freu mich trotzdem schon auf dieses Jahr, wenn es wieder wird „wie immer“.
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