Freitag, Matsumoto

Auf den letzten Metern dieser Reise habe ich mir noch ein paar Perlen ausgelegt, die ich jetzt nach und nach aufpicke. Ich mache also im Grunde so weiter wie in den letzten acht Monaten, wenn ich mal kurz ehrlich bin.
Jedenfalls. Donnerstag bin ich nachmittags in Matsumoto angekommen und habe die Nähe meiner Unterkunft zur Bahn genutzt, um direkt das Ukiyo-e Museum zu besuchen, das etwas außerhalb liegt und die wichtigste Sammlung Japanischer Holzdrucke (=Ukiyo-e) beherbergen soll. Da ich inzwischen ein paar Originale von Hiroshige, Eisen und natürlich Hokusai gesehen habe, die richtig gut in Szene gesetzt waren und entsprechend ihre Wirkung auf mich hatten, hatte ich mir von dem Museum einiges versprochen. Leider wurde ich insbesondere mit Blick auf die Präsentation der Drucke enttäuscht. Da habe ich bessere Sparkassen-Ausstellungen gesehen. Inhaltlich waren herausragende Drucke darunter, aber bei der Hängung und Atmosphäre kam die übliche Ausstrahlung nicht zum Zug. Schade.
(Das Foto, das ihr unten sehen könnt, ist auf dem Flur aufgenommen und zeigt die Galerie der Nachdrucke, die zum Verkauf stehen.)

Am Freitag habe ich dann die sehenswerte und gut erhaltene Altstadt Matsumotos besichtigt. Ich war erst in einer ehemaligen Grundschule, die um 1876 gebaut wurde und 90 Jahre genutzt wurde ehe sie zum Nationalen Kulturgut erklärt, umgesetzt und nun als Museum ihrer eigenen Geschichte dient.
Von dort aus ging es weiter zur ältesten erhaltenen Holzburg Japans, die sich bei dem Wetter von ihrer besten Seite zeigen konnte. Sie ist eine von zwei Burgen (die andere steht in Okayama), die einen „Mondsichtflügel“ hat. Als Zeichen der friedlichen Zeit in der die Burg erbaut wurde, gibt es diesen nach drei Seiten offenen Raum, der auf dem Foto unten am umlaufenden Balkon zu erkennen ist. Sehr netter Raum.
Nach einem Abstecher ins Museum zur Stadtgeschichte, wo ich mal eine der momentan allgegenwärtigen „Heizungen“ festgehalten habe, bin ich durch die Straßen der Altstadt gelaufen, die zum einen von emsigen Touristentandverkäufern und zum anderen von netten Cafés und lokalem Handwerk am Leben gehalten wird.
Nachmittags war ich im Kunstmuseum. Hier wartete mal wieder eine überraschend gute Ausstellung des örtlichen Kunstvereins (zumindest habe ich es so verstanden) und die Dauerausstellung auf mich. Da wurde ich dann auch dafür „entschädigt“, dass ich die noch laufende Retrospektive von Yayoi Kusama im Louisiana Museum nicht sehen konnte. Kusama kommt nämlich aus Matsumoto und so ist ein Großteil der Dauerausstellung natürlich ihrem Werk gewidmet. Das war gut.
Zum Abschluss war ich im Matsumoto Center of Performing Arts, also dem was man wohl Stadthalle/-Theater nennen kann. Ein toller Bau.

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4 Comments

  1. Möchte auch unbedingt einmal nach Japan reisen. Echt schöne Aufnahmen! War zwar schon oft in Korea, aber Japan ist wie jedes andere Land auf der Welt eben auch einzigartig

    1. Danke – Japan macht es mir aber auch leicht Motive zu finden.
      Warst Du jetzt bereits in Japan? Fukushimas habe ich meiner Familie zuliebe nur ganz kurz besucht – Aizu-Wakamatsu im Westen der Präfektur.

      1. Nein, ich war bisher noch nie in Japan, möchte aber einmal unbedingt für einen Kurzbesuch dorthin. Du warst in Fukushima? :o Und wie War es dort? Du bist wegen deiner Familie dorthin gefahren? Wie kann ich das verstehen – bist du mit einem Japaner verheiratet?

      2. Nein, nein. Ich habe Fukushima nur für zwei Übernachtungen besucht und war im Westen der Präfektur (Aizu-Wakamatsu).

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