Izumo Taisha, Shimane

Letzten Dienstag war das gefühlte Ende meiner Reise. Auch wenn ich noch zwei Wochen in Japan bin, war meine letzte große Tour quer durch Honshu mit dem Besuch des Izumo Taisha beendet.
Der Izumo Taisha ist neben dem Ise Jingu (Präfektur Mie) der bedeutenste und älteste Schrein Japans und damit eine der wichtigsten Stätten des Shintoismus. Gründe dafür gibt es einige, am wichtigsten ist aber Okuninushi-no-okami, der „Schöpfer aller Dinger unter dem Himmel“, der hier verehrt wird.
Er gilt als der Retter und Beschützer der Natürlichkeit aller Dinge und ist eine Gottheit mit einer großen Verbundenheit zu den Vorfahren. Er teilt Freud und Leid, macht das Land fruchtbar, nahm große Schmerzen auf sich, um die Nation weiterzubringen, brachte den Menschen die Landwirtschaft sowie die Fischerei und brachte ihnen effektive Methoden zur Getreideproduktion und medizinische Heilkunst bei. Die Liste ließe sich lange fortführen.
Der Hauptgrund für eine Vielzahl der Besucher ist seine Eigenschaft als Schöpfer und Behüter von Beziehungen. Daher kommen viele Paare, um für ihre gemeinsame Zukunft zu beten und/oder zu heiraten; Singles kommen, um um Unterstützung zu beten; Eltern beten für ihre (Enkel-) Kinder.

Damit ist auch klar, warum der Spezialzug der Ichibata Railway von Matsue Richtung Izumo Taisha so aussieht, wie er aussieht:
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Seidamari – Der Haupteingang

Leider hatte ich nicht sehr viel Glück mit dem Wetter, aber immerhin konnte ich das weitläufige Gelände in einer (Schnee-)Regenpause erkunden.
Sobald man die Straße, die zum Schreingelände hinaufgegangen ist, steht man vor dem Seidamari, dem Haupttor, das die Grenze zwischen weltlichem und religiösen Bereich kennzeichnet.

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Matsu no Sando

Vom Seidamari führt zunächst ein gepflasterten Weg hinunter, der sich dann zum Matsu no Sando dreiteilt. Betende und Besucher gehen links und rechts an den Pinien vorbei. Der Mittelgang durch die Pinienallee ist den Göttern vorbehalten, die jährlich im Oktober aus dem ganzen Land zusammenkommen und sich hier treffen.

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Matsu no Sando – Links ragt das Dach der Temizuya ins Bild. Dort werden vor dem Betreten des Hauptgeländes Hände und Mund gereinigt.

 

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Haiden (Gebetshalle) mit Shimenawa (heilige Shinto Strohkette).

Vor der Gebetshalle Haiden ist der Hauptort, wo Gläubige Okuninushi-no-Okami anbeten. In der Halle selbst werden Zeremonien , u. a. Hochzeiten, durchgeführt. Izumo_07Izumo_08Izumo_09

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Honden

Das Heiligsten vom Heiligen darf nicht von Besuchern betreten werden und ist durch einen Zaun abgeschirmt. Innerhalb dieses Zauns befinden sich mehrere Heiligtümer und vor allem die Haupthalle Honden, die den Schrein Okuninushi-no-Okamis beherbergt. Ursprünglich war diese Halle einmal doppelt so hoch, ist aber auch heute noch mit ihren 24 Metern das höchste hölzerne Schreingebäude Japans.
Dass es die 48 Meter hohe Halle tatsächlich einmal gegeben hat – und das schon im 12 Jahrhundert nC – war lange nicht so ganz sicher und beruhte auf Überlieferungen. Im Jahr 2000 wurden dann auf dem Schreingelände Grabungen gestattet, die Überreste alter Säulen zutage brachten.
Damit wurde die Existenz deutlich wahrscheinlicher. Auf dem Foto weiter oben sind vor den Stufen im Boden drei Kreises markiert, die zeigen, wo sich die Säulen befanden.Izumo_11

 

 

 

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Der Weg zurück zum Seidamari
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