Danke

Vielen lieben Dank für Eure guten Wünsche zu den Veränderungen in diesem Monat. Tatsächlich freuen sich mehr Leute mit mir als ich vermutet hätte. Das ist schön.

Samstag war Wohnungsübergabe für die Zwischenlösung. Bis vorhin war der Bayer noch mit hier und hat geholfen den Neustart so entspannt wie möglich einzuläuten. Habe ich ein Glück mit diesem Kerl. Da er morgen auch (wie großartig das schreiben zu können!) arbeiten darf, befindet er sich jetzt irgendwo auf der Autobahn zwischen Schwäbisch Hall und Mainz. Verrückt.

Die Wohnung hat kein Internet, sodass ich grade die App fürs Windows Phone teste, um mal von mir hören zu lassen. Also bitte nicht wundern, wenn es hier etwas ruhiger zu geht ;-) (Zumal das berüchtigte Update von Mittwoch mein Laptop ins Koma geschossen hat.)
Ich gucke bereits, was der Wohnungsmarkt hier so hergibt, bin aber ganz froh, dass ich erstmal auf Arbeit ankommen darf, bevor der Umzug ansteht.

Letzte Woche hatte ich bereits ein erstes Einführungsgespräch, so bin ich wegen dem ersten Arbeitstag morgen nicht wirklich aufgeregt. Tatsächlich freue ich mich sehr auf das, was da auf mich zukommt.

Ich hoffe, bei euch hat sich der Frühling auch mit so positiven Neuigkeiten im Vorgarten breit gemacht und schlägt mit allem was dazugehört aus.

Habt eine gute Woche!
Liebe Grüße aus Mainz, Anna-Lena

Aus der Versenkung.

MAS Antwerpen (c)MoinServus!

Ruhig war’s hier in letzter Zeit – dafür hat sich im “wahren Leben” so einiges getan:

  • von drei Vorstellungsgesprächen in zehn Tagen war eines so gut, dass ich…
  • glatt ab Mitte April Arbeit habe
  • in Mainz.

Das bedeutet schnell eine Unterkunft finden. Erstmal zur Zwischenmiete. In einer Stadt mit Uni soll das ja grade mit ausreichend Spaß verbunden sein. Aber das Glück war mir hold:

  • Von zwei Wohnungsbesichtigungen an einem Tag war eine so gut, dass ich…
  • direkt einen Vorvertrag unterschreiben konnte und die “richtige” Wohnungssuche noch ein halbes Jahr Zeit hat
  • nächsten Sonntag ist Wohnungsübergabe.

Außerdem:

  • waren wir letzte Woche im Urlaub;
  • erst im Norden, dann in Flandern.
  • habe ich wunderbare Stunden mit meinen Freunden und der Familie verbracht.
  • sind der Bayer und ich drei Jahre verbändelt, was mit einem herrlichen Essen in Brügge gefeiert wurde.
  • “musste” ein smartes Handy für die neue Stadt/Arbeit/Wochenendbeziehung angeschafft werden.

Damit mir bis zum 15. nicht langweilig wird, bin ich die kommende Woche noch fürs Praktikum aktiv, sammle sieben Sachen für den mehr-oder-weniger-Umzug zusammen und versuche mit meinem Leben Schritt zu halten.

So oder so oder so. Was gut ist, wird passieren.“ (Bosse)

Liebe Grüße, Anna-Lena

 

 

Tempelbesuch in Tokushima

Heute geht es nach längerer Zeit mal wieder nach Japan. Eine gute Freundin, die mich auf zwei Reisen begleitet hat, hatte gestern Geburtstag und hat mir von ihren endlich wieder steigenden Buchungszahlen erzählt. Sie ist Reiseleiterin und begleitet deutsch- und englischsprachige Gruppen durch ihr Heimatland, das sie jetzt selbst ganz neu kennen lernt. Durch die Katastrophe vor zwei Jahren haben sich die Reiserouten geändert und so darf/muss/wird sie jetzt vermehrt den Süden (inklusive Okinawa) und die Küstenregionen bereisen.

Die folgenden Bilder stammen aus der Nähe von Yoshinogawa in der Präfektur Tokushima auf der kleinsten der vier Hauptinseln, Shikoku.Blick ins Tal. (c)moinservusBuddhistisches Mittagessen (vegetarisch kunstvoll), Ikebana, Teezeremonie und Kalligraphie haben wir im Tempel zum Konzert der Zikaden erlebt. Ich war an diesem Tag ziemlich platt von der Hitze, der Luftfeuchtigkeit und der bisherigen Reise und habe den Nachmittag mal wieder etwas runterfahren können. Bietet sich bei der Kulisse ja auch an. Mit meinem Blumengesteck war ich übrigens sehr zufrieden – hatte aber auch weise Hilfe, die mir die richtigen Kniffe gezeigt hat. Ein Foto gibt’s davon nicht. Ich war ja beschäftigt.

Dafür habe ich die Teezeremonie geschwänzt (zu wenig Platz, da habe ich Neulingen den Vortritt gelassen) und in der Zeit etwas geknipst. Einen Jungen beim Hände waschen, die Schuhe auf der Tempeltreppe, die Blume vor einer steinernen Laterne und die kunstvolle japanische Variante eines Regenfallrohres (das Wasser tropft bei Regen von “Blütenkelch” zu “Blütenkelch”).

Hände waschen (c)moinservus!

Schuhe auf der Tempeltreppe (c)moinservus!

Blume (c)moinservus!

Regenfallkelche (c)moinservus

Nach Ebbe kommt Flut/ Bringt Neues/ Verändert/ Bewegt/ Hält am Leben.

Liebe Grüße Anna-Lena

Fundstück: Das große Los (M. Winnemuth)

“Woran ich also glaube? An ein Leben vor dem Tod. An Empathie. Aufmerksamkeit füreinander. Sagen & Fragen. Dass es immer und immer und immer wieder darum geht, sich einander mitzuteilen und den anderen verstehen zu wollen. Du hast irgendwann mal geschrieben ‘Mir und den Menschen, die mir wichtig sind, wurde immer geholfen – das kann ich nicht immer direkt zurückgeben. Aber streuen.’

Daran glaube ich auch: an random acts of kindness, an sinnlose Freundlichkeit, die keine Gegenleistung erwartet. Ich glaube, die wirkt viral – ihrerseits ansteckend.

Ich glaube, dass sich ein Leben daran misst, wozu man Ja und wozu man Nein sagt. Ich glaube nicht, dass man einen Gott braucht, um ein moralisches Gerüst zu haben. Und ich glaube an Veränderung. Daran, ‘dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war’ (wir sind die Hannes-Wader-Generation, Du und ich, oder?).”

aus: “Das große Los” von Meike Winnemuth (erschienen bei Knaus, 2013), S. 224/225.

Das Warten hat sich gelohnt: Ich liebe es! Meike Winnemuth hat ihre halbe Million als Anschub für eine Weltreise genutzt und sich die Welt in einem Jahr in zwölf Städten angeguckt. In “Das große Los” schreibt sie aus jeder Stadt einen Brief an einen Menschen, dem sie ihre Eindrücke, Gedanken und Erlebnisse mitteilt. Inspirierend. Ich bin gespannt, was die Autorin als nächstes anpackt und freue mich wieder einmal über den Markt der Möglichkeiten, den die Welt für uns bereit hält. Danke, fürs Teilen, liebe Meike Winnemuth!

Mehr Eindrücke und Informationen auf www.vormirdiewelt.de

Kommentare

Juju hat mir Bescheid gesagt, dass es offenbar Probleme mit der Kommentarfunktion hier auf dem Blog gibt.

Hat noch jemand kommentieren wollen und konnte nicht?

Kann mir zufällig auch jemand sagen, woran das liegen kann?

(Wohl am besten per Mail)

Ich habe die Einstellungen schon überprüft, bei WordPress angefragt und gegooglet, aber eigentlich sollte es gehen (…).

Anna-Lena

 

Vor zwei Jahren…

Vor zwei Jahren bebte die Erde vor der Küste Nordjapans so gewaltig, dass ein Tsunami die Küstenregionen von Aomori, Iwate, Fukushima und Miyagi überrollte und anschließend nichts mehr so war wie zuvor.

Ich weiß noch, wie meine Mutter mich anrief und mir davon erzählte.

Wie ich fassungslos vorm Fernseher saß und die Autos sehe, wie sie von den Wassermassen durch die Straßen getragen wurden.

Wie ich geschockt an meine Gastfamilien gedacht habe, die Freunde, die in Tohoku leben und die ganze Zeit gehofft habe, dass es allen gut geht, dass der Schaden nicht diese Ausmaße annehmen würde.

Wie ich überglücklich eine Freundin in Tokyo auf dem Handy erreiche und einfach nur ihre Stimme höre.

Wie ich meine Gastmutter an den Hörer bekomme und sie mit ihrem bisschen Englisch einfach nur sagt: “Everything is fine.”.

Wie ich die folgenden Tage bei jedem Blick ins E-Mail-Postfach auf gute Nachrichten gehofft habe und sie nach und nach immer mehr wurden.

Daran musste ich heute denken. Natürlich.

Aber auch an “unsere” zehn Jungs und den großartigen Buchi-san, die wir im letzten Sommer im Rahmen der Hilfsaktion der Deutschen Sportjugend für knapp zwei Wochen um uns hatten. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie mein Herz jetzt noch aufgeht, wenn ich Bilder aus der Zeit sehe. Eine großartige Gruppe. Ein tiefenentspannter Betreuer. Eine wunderbare Dolmetscherin. Großzügige Menschen, Spender, Firmen. Bestes Wetter. Ein Traum-Team. Eine perfekte Zeit. These days made my year.

Sayonara-Party

Sayonara-Party

Eigentlich hatte ich den Jungs versprochen, ich würde sie dieses Jahr besuchen. Noch ist alles möglich. Wer weiß, vielleicht trägt mein Besuch in Frankfurt heute Früchte und ich kann sie alle wieder in die Arme schließen.

Abflug

Abflug

Ich wünsche euch einen schönen Abend.

Anna-Lena

Kürzlich entdeckt

  • Den Ice-Blog. Nicht erst seit Inka mit der Welt ihre Reise in den allertiefsten Süden geteilt hat, bin ich von der Antarktis fasziniert. Ist es nicht unglaublich, dass die Oberfläche des Mondes besser erforscht ist als die Tiefen der Meere? Das fand das ZDF wohl auch und hat zwei Mitarbeiter auf Forschungsreise entsandt. Fast täglich berichten Hildegard Werth und Ludger Nüschen von der Polarstern, dem Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Instituts, und gewähren Einblicke, die mir sonst entgehen würden.
Briefmarken aus der Antarktis

Briefmarken (fast) aus der Antarktis

  • Den Trailer zu “Mood Indigo”. Da kommt was Zauberhaftes auf uns zu. Nach der Romanvorlage “Der Schaum der Tage” von Boris Vian.
  • Meike Winnemuth hat vor zwei Jahren ihre Reise um die Welt auf “Vor mir die Welt” geteilt. Der erste Blog, dem ich regelmäßig gefolgt bin. Allein deswegen gehört “Das große Los” (erscheint am 11.März 2013) ganz bald mir, aber auch weil mein Fernweh stetig wächst, Meike Winnemuth herrlich schreibt und “Zwölf Städte in zwölf Monaten” sowieso die beste Antwort auf Jauch’s Frage “Und was machen Sie denn jetzt mit dem Geld?” ist.
  • Noch einer, dem ich schon lange treu bin: Bosse. Vor acht Jahren habe ich ihn das erste Mal live gesehen. Im Volksbad in Flensburg hat er vor kleinem Publikum ein Konzert gegeben, das Hammer, Amboss und Steigbügel auf Ewig in meine Ohrmuschel gemeißelt haben (hui – vielleicht ein bisschen dick aufgetragen, aber nun steht’s ja schon da). Er war erkältet und ich verliebt. (Passiert mir öfter auf Konzerten.) Am Freitag erscheint sein neues Album “Kraniche” und der Bayer ist schon seelisch darauf eingestellt, dass seine Ohren es auch hören dürfen. Gibt Schlimmeres. Ein kleiner Vorgeschmack:
  • Gemeinsam mit Bosse darf übrigens Max Schröder einziehen. Sein erstes Album auf dem er nicht “der Hund Marie” ist, erschien vor einigen Tagen und verspricht (natürlich) nur Gutes. Reinhören kann man auf seiner Facebook-Seite: Max Schröder & das Love
  • Wem das alles zu Deutsch ist, sollte sich mal zwei der BRITs Critics’ Choice Nominierten von diesem Jahr anhören: Laura Mvula und der Gewinner Tom Odell.
  • Und dazu das Comeback des Jahres: Die Sonne!

Ich wünsche euch einen schönen Dienstag!

Liebe Grüße, Anna-Lena

Fundstück: Quasikristalle (E. Menasse)

“Sie war ihm vor die Füße gefallen wie Planetenstaub, und schon war sie ihm lieb und nah, ohne dass er das Ende dieses Zusammenseins gefürchtet hätte. Das beste Leben ist das gegenwärtige; aber meistens kommt einem die Gegenwart blass vor, sodass man fruchtlos und ermüdend an Vergangenheit und Zukunft herumzupft. Wenn die Gegenwart jedoch aufglüht, dann sollte man sich ihr überlassen, dachte Nelson. Das zumindest könnte man von sich verlangen; ohne Neben- und Hintergedanken.”

aus: “Quasikristalle” von Eva Menasse, erschienen 2013 bei Kiepenheuer & Witsch (S. 216)