Musik: George Ezra

Was ich grade so höre: George Ezra

21-Jähriger Brite, der letztes Jahr mit seiner Gitarre durch Europa getrampt ist, um wahre Geschichten erzählen zu können. Dabei hat er offenbar sein Herz in Budapest verloren. Bei der BBC hat er ein Stein im Brett. Bei mir mittlerweile auch. Ich freu mich auf das Album und empfehle ihn bis dahin fleißig weiter.

Schönes Wochenende!

PS: Danke hr1 für die guten Sachen, die man bei Euch auf die Ohren kriegt!

Es war einmal und wenn sie nicht

Hören (c)moinservus!

Gestern habe ich in der heraufziehenden dunklen Jahreszeit das erste  Mal von der Morgendämmerung bis zum Abendrot gearbeitet. Der Reisestart nächste Woche wirft seine Schatten voraus, denn zwei Wochen Abwesenheit dürfen die Planungen auf Arbeit nicht allzu sehr berühren. So wurde es gestern mal etwas früher begonnen und etwas später Feierabend gemacht – zumal für heute ein Betriebsausflug auf dem Kalender steht. In den Wingert soll es gehen.

Der Feierabend wurde mir erheblich von zwei sehr guten Nachrichten versüßt: Ich habe Yen zu einem hervorragenden Kurs bestellt und meine erste erfolgreiche Startnext-Unterstützung hat sich gestern mit dem Ergebnis im Briefkasten zurückgemeldet:

Als das Jahr noch etwas jünger war, wurde ich auf das Projekt “Es war einmal und wenn sie nicht” von Wolfgang Müller aufmerksam, das noch ein wenig Anschubfinanzierung benötigte. Grimms Märchen vorgelesen von deutschen Singer/Songwritern, denen ich ohnehin gerne zuhöre, versehen mit einem musikalischen roten Faden. Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht lange zögern konnte und auf das entsprechende Dankeschön klickte. Gestern Abend habe ich dann voll freudiger Erwartung und einer Kanne Tee neben mir seit gefühlt zwanzig Jahren das erste Mal wieder Grimms Märchen gehört. Ich bin schwer begeistert und werde das Stück Kulturgut, in das spürbar viel Herzblut geflossen ist, gerne auch ungefragt weiterempfehlen.  Wer noch mit einigen Stimmen gelockt werden möchte, für den seien hier die beteiligten Vorleser/innen mit ihrer Musik verlinkt und empfohlen:

Cäthe * Thees Uhlmann * Olli Schulz * Niels Frevert * Tex * Wolfgang Müller * Jan Plewka * Gisbert zu Knyphausen * Francesco Wilking * Tom Liwa * Clickclickdecker * Ingo Pohlmann * Désirée Klaeukens * Moritz Krämer * Markus Berges * Marcus Wiebusch * Enno Bunger

Herbst


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In Gedanken bin ich zwischendurch schon gar nicht mehr hier. Seit der Zusage, dass ich im November mit nach Japan darf, fällt mir die Arbeit von Woche zu Woche schwerer und ich merke, wie sich alles in mir vor Sehnsucht auf den 1.11. versteift.
Ich gehöre nicht zu denen, die mit Ende Zwanzig die halbe Welt schon gesehen haben, aber durch viele glückliche Umstände hat es mich schon drei Mal nach Japan gespült und wenn es nach mir geht, wird mir das immer und immer wieder passieren.

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Derweil hat sich der Herbst in Mainz breit gemacht und der Bayer und ich haben einen Streifzug ins nahe gelegene Grün unternommen. Da gab es hier noch ein paar Himbeeren, dort ein paar Kräuter und viel, viel Bunt. Genau richtig, wenn die  Provisorien in der neuen Bleibe drohen uns die gute Laune zu verderben. Mittlerweile ist das Schlafzimmer ein Schlafzimmer und das Arbeitszimmer wird immer mehr zu einem Zimmer, in dem man auch arbeiten kann. Ein Wohnzimmer, das zum Verweilen einlädt, wird noch etwas auf sich warten lassen, aber bis das Sofa – und damit hoffentlich etwas Gemütlichkeit – einzieht, hat das Chaos noch etwas Platz zum Atmen. Die Ideen, wie was werden kann und welche Wand vielleicht doch noch ein neues Kleid erhält, können gären und bis Weihnachten ist dann hoffentlich alles einigermaßen an seinem Platz.
Jetzt schärfe ich langsam den Blick und stimme mich ein. Japan, da bin ich auch daheim. Da fühl ich mich willkommen, wohl und spüre viel öfter den Moment. Aber vorerst stolpere ich noch etwas durch das Bunt hier und freue mich über die vielen Kleinigkeiten im Chaos und am Wegesrand.

Herbst_0413 (c)moinservus! Herbst_0313 (c)moinservus!
Herbst_0613 (c)moinservus!

Herbst_0713 (c)moinservus!

Und bei dem Anblick, freu’ ich mich schon auf den ersten Frost…

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Liebe Grüße Anna-Lena

 

Ankommen.

Umzug

Ich bin wieder in eigenen vier Wänden…und das bringt einiges mit sich…

Zum Einen: Seit einer Woche schlafe ich in unserer neuen Wohnung. So langsam aber sicher kann ich also tatsächlich in Mainz ankommen. Telefon, Internet, TV funktionieren. Waschmaschine ist geliefert, angeschlossen und seitdem im Dauereinsatz. Möbel mussten auf zwei Wohnungen aufgeteilt werden und lassen entsprechend noch auf sich warten. Die Küche ist kleiner, das Bad ist größer. Wir haben einen Balkon. Wenn ich etwas suche, finde ich etwas anderes und ich hoffe, dass das Wort provisorisch bald wieder aus meinem alltäglichen Sprachgebrauch verschwinden kann (provisorische Halterung, provisorische Ordnung, provisorische Lösung, …). So lange knipse ich unscharfe Bilder mit meinem Handy, staple Kartons um und dekoriere Heizungen statt zu verstauen.

Zum Anderen: Schon im April hat es meinen Computer zerschossen und seitdem habe ich hier einen sehr empfindlichen Mitarbeiter auf meinem Schoß. Er arbeitet nicht lange und nicht sehr bereitwillig, aber mit ein wenig Geduld kriege ich auch mal wieder einen Blog-Eintrag zustande ;-)

Zu guter Letzt: Mir geht’s so gut! Ich habe ein wunderschönes Wochenende hinter mir – habe die Hochzeit von Freunden vom Bayer gefeiert, dabei das Sauerland ein wenig kennen gelernt und am Sonntagabend (endlich mal wieder ein Konzert!) Bosse im 3sat-Zelt erlebt. Am Montag habe ich in optimistischer Stimmung einen neuen Reisepass beantragt, direkt von mehreren Freunden seit Längerem was gehört und gestern Vormittag die Nachricht erhalten, dass ich im November mit nach Japan darf. Heidewitzka!

Es tut sich also Einiges und das ist einfach gut.

Freude soll man teilen. Bitte, nehmt euch jeder ein Stück!

Bis bald, Anna-Lena

 

Danke

Vielen lieben Dank für Eure guten Wünsche zu den Veränderungen in diesem Monat. Tatsächlich freuen sich mehr Leute mit mir als ich vermutet hätte. Das ist schön.

Samstag war Wohnungsübergabe für die Zwischenlösung. Bis vorhin war der Bayer noch mit hier und hat geholfen den Neustart so entspannt wie möglich einzuläuten. Habe ich ein Glück mit diesem Kerl. Da er morgen auch (wie großartig das schreiben zu können!) arbeiten darf, befindet er sich jetzt irgendwo auf der Autobahn zwischen Schwäbisch Hall und Mainz. Verrückt.

Die Wohnung hat kein Internet, sodass ich grade die App fürs Windows Phone teste, um mal von mir hören zu lassen. Also bitte nicht wundern, wenn es hier etwas ruhiger zu geht ;-) (Zumal das berüchtigte Update von Mittwoch mein Laptop ins Koma geschossen hat.)
Ich gucke bereits, was der Wohnungsmarkt hier so hergibt, bin aber ganz froh, dass ich erstmal auf Arbeit ankommen darf, bevor der Umzug ansteht.

Letzte Woche hatte ich bereits ein erstes Einführungsgespräch, so bin ich wegen dem ersten Arbeitstag morgen nicht wirklich aufgeregt. Tatsächlich freue ich mich sehr auf das, was da auf mich zukommt.

Ich hoffe, bei euch hat sich der Frühling auch mit so positiven Neuigkeiten im Vorgarten breit gemacht und schlägt mit allem was dazugehört aus.

Habt eine gute Woche!
Liebe Grüße aus Mainz, Anna-Lena

Aus der Versenkung.

MAS Antwerpen (c)MoinServus!

Ruhig war’s hier in letzter Zeit – dafür hat sich im “wahren Leben” so einiges getan:

  • von drei Vorstellungsgesprächen in zehn Tagen war eines so gut, dass ich…
  • glatt ab Mitte April Arbeit habe
  • in Mainz.

Das bedeutet schnell eine Unterkunft finden. Erstmal zur Zwischenmiete. In einer Stadt mit Uni soll das ja grade mit ausreichend Spaß verbunden sein. Aber das Glück war mir hold:

  • Von zwei Wohnungsbesichtigungen an einem Tag war eine so gut, dass ich…
  • direkt einen Vorvertrag unterschreiben konnte und die “richtige” Wohnungssuche noch ein halbes Jahr Zeit hat
  • nächsten Sonntag ist Wohnungsübergabe.

Außerdem:

  • waren wir letzte Woche im Urlaub;
  • erst im Norden, dann in Flandern.
  • habe ich wunderbare Stunden mit meinen Freunden und der Familie verbracht.
  • sind der Bayer und ich drei Jahre verbändelt, was mit einem herrlichen Essen in Brügge gefeiert wurde.
  • “musste” ein smartes Handy für die neue Stadt/Arbeit/Wochenendbeziehung angeschafft werden.

Damit mir bis zum 15. nicht langweilig wird, bin ich die kommende Woche noch fürs Praktikum aktiv, sammle sieben Sachen für den mehr-oder-weniger-Umzug zusammen und versuche mit meinem Leben Schritt zu halten.

So oder so oder so. Was gut ist, wird passieren.” (Bosse)

Liebe Grüße, Anna-Lena

 

 

Tempelbesuch in Tokushima

Heute geht es nach längerer Zeit mal wieder nach Japan. Eine gute Freundin, die mich auf zwei Reisen begleitet hat, hatte gestern Geburtstag und hat mir von ihren endlich wieder steigenden Buchungszahlen erzählt. Sie ist Reiseleiterin und begleitet deutsch- und englischsprachige Gruppen durch ihr Heimatland, das sie jetzt selbst ganz neu kennen lernt. Durch die Katastrophe vor zwei Jahren haben sich die Reiserouten geändert und so darf/muss/wird sie jetzt vermehrt den Süden (inklusive Okinawa) und die Küstenregionen bereisen.

Die folgenden Bilder stammen aus der Nähe von Yoshinogawa in der Präfektur Tokushima auf der kleinsten der vier Hauptinseln, Shikoku.Blick ins Tal. (c)moinservusBuddhistisches Mittagessen (vegetarisch kunstvoll), Ikebana, Teezeremonie und Kalligraphie haben wir im Tempel zum Konzert der Zikaden erlebt. Ich war an diesem Tag ziemlich platt von der Hitze, der Luftfeuchtigkeit und der bisherigen Reise und habe den Nachmittag mal wieder etwas runterfahren können. Bietet sich bei der Kulisse ja auch an. Mit meinem Blumengesteck war ich übrigens sehr zufrieden – hatte aber auch weise Hilfe, die mir die richtigen Kniffe gezeigt hat. Ein Foto gibt’s davon nicht. Ich war ja beschäftigt.

Dafür habe ich die Teezeremonie geschwänzt (zu wenig Platz, da habe ich Neulingen den Vortritt gelassen) und in der Zeit etwas geknipst. Einen Jungen beim Hände waschen, die Schuhe auf der Tempeltreppe, die Blume vor einer steinernen Laterne und die kunstvolle japanische Variante eines Regenfallrohres (das Wasser tropft bei Regen von “Blütenkelch” zu “Blütenkelch”).

Hände waschen (c)moinservus!

Schuhe auf der Tempeltreppe (c)moinservus!

Blume (c)moinservus!

Regenfallkelche (c)moinservus

Nach Ebbe kommt Flut/ Bringt Neues/ Verändert/ Bewegt/ Hält am Leben.

Liebe Grüße Anna-Lena

Fundstück: Das große Los (M. Winnemuth)

“Woran ich also glaube? An ein Leben vor dem Tod. An Empathie. Aufmerksamkeit füreinander. Sagen & Fragen. Dass es immer und immer und immer wieder darum geht, sich einander mitzuteilen und den anderen verstehen zu wollen. Du hast irgendwann mal geschrieben ‘Mir und den Menschen, die mir wichtig sind, wurde immer geholfen – das kann ich nicht immer direkt zurückgeben. Aber streuen.’

Daran glaube ich auch: an random acts of kindness, an sinnlose Freundlichkeit, die keine Gegenleistung erwartet. Ich glaube, die wirkt viral – ihrerseits ansteckend.

Ich glaube, dass sich ein Leben daran misst, wozu man Ja und wozu man Nein sagt. Ich glaube nicht, dass man einen Gott braucht, um ein moralisches Gerüst zu haben. Und ich glaube an Veränderung. Daran, ‘dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war’ (wir sind die Hannes-Wader-Generation, Du und ich, oder?).”

aus: “Das große Los” von Meike Winnemuth (erschienen bei Knaus, 2013), S. 224/225.

Das Warten hat sich gelohnt: Ich liebe es! Meike Winnemuth hat ihre halbe Million als Anschub für eine Weltreise genutzt und sich die Welt in einem Jahr in zwölf Städten angeguckt. In “Das große Los” schreibt sie aus jeder Stadt einen Brief an einen Menschen, dem sie ihre Eindrücke, Gedanken und Erlebnisse mitteilt. Inspirierend. Ich bin gespannt, was die Autorin als nächstes anpackt und freue mich wieder einmal über den Markt der Möglichkeiten, den die Welt für uns bereit hält. Danke, fürs Teilen, liebe Meike Winnemuth!

Mehr Eindrücke und Informationen auf www.vormirdiewelt.de